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*ualitäten - Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten100%: Sigusch, Volkmar: *ualitäten - Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten (ISBN: 9783593421087) 2013, Erstausgabe, in Deutsch, auch als eBook.
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Geschichte der Sexualwissenschaft. Mit 210 Abb. und einem Beitrag von Günter Grau.54%: Sigusch, Volkmar: Geschichte der Sexualwissenschaft. Mit 210 Abb. und einem Beitrag von Günter Grau. (ISBN: 9783593385754) 2008, in Deutsch, Broschiert.
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*ualitäten - Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten
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9783593421087 - Volkmar Sigusch: Sexualitäten - Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten
Volkmar Sigusch

Sexualitäten - Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten

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Sexualitäten: Sigmund Freuds Sexualtheorie ist inzwischen mehr als 100 Jahre alt. Seitdem hat sich viel verändert. Wir denken und arbeiten heute nicht nur anders, wir begehren und lieben auch anders. Die Sexualität ist nicht mehr die grosse Metapher des Rausches und der Revolution. Sie wird heute durch Medien und Kommerz weitgehend banalisiert. Vor diesem Hintergrund legt der grosse Sexualforscher Volkmar Sigusch mit diesem Buch eine eigene Sexualtheorie vor, die erstmals auch die Neosexualit?ten unserer Zeit wie Internet-, Portal- und Asexualität umfasst, Neogeschlechter wie Trans-, Inter- und Agender sowie Neoallianzen wie Polyamorie und Objektophilie. Selbstverständlich werden auch die alten Formen wie Hetero-, Homo- und Bisexualität, Sadomasochismus und Pädophilie erörtert. Der Kern der Sigusch-Theorie lautet: Keine Sexualität eines Menschen ist mit der eines anderen identisch. Weil das Sexuelle sich der Systematisierung entzieht, kann darüber theoretisch nur in Fragmenten gesprochen werden. Und weil sich eine Sexualtheorie nur durch Praxis erhellt, geht Sigusch auf die gelebte Sexualität der Kinder, der Jugendlichen, der Paare, der Alten und vieler anderer ein - kritisch und konkret. Ebook.
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9783593421087 - Volkmar Sigusch: Sexualitäten - Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten
Volkmar Sigusch

Sexualitäten - Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten

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Sexualitäten: Sigmund Freuds Sexualtheorie ist inzwischen mehr als 100 Jahre alt. Seitdem hat sich viel verändert. Wir denken und arbeiten heute nicht nur anders, wir begehren und lieben auch anders. Die Sexualität ist nicht mehr die grosse Metapher des Rausches und der Revolution. Sie wird heute durch Medien und Kommerz weitgehend banalisiert. Vor diesem Hintergrund legt der grosse Sexualforscher Volkmar Sigusch mit diesem Buch eine eigene Sexualtheorie vor, die erstmals auch die Neosexualitäten unserer Zeit wie Internet-, Portal- und Asexualität umfasst, Neogeschlechter wie Trans-, Inter- und Agender sowie Neoallianzen wie Polyamorie und Objektophilie. Selbstverständlich werden auch die alten Formen wie Hetero-, Homo- und Bisexualität, Sadomasochismus und Pädophilie erörtert. Der Kern der Sigusch-Theorie lautet: Keine Sexualität eines Menschen ist mit der eines anderen identisch. Weil das Sexuelle sich der Systematisierung entzieht, kann darüber theoretisch nur in Fragmenten gesprochen werden. Und weil sich eine Sexualtheorie nur durch Praxis erhellt, geht Sigusch auf die gelebte Sexualität der Kinder, der Jugendlichen, der Paare, der Alten und vieler anderer ein - kritisch und konkret. Ebook.
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Sigmund Freuds ***ualtheorie ist inzwischen mehr als 100 Jahre alt. Seitdem hat sich viel verändert. Wir denken und arbeiten heute nicht nur anders, wir begehren und lieben auch anders. Die ***ualität ist nicht mehr die grosse Metapher des Rausches und der Revolution. Sie wird heute durch Medien und Kommerz weitgehend banalisiert. Vor diesem Hintergrund legt der grosse ***ualforscher Volkmar Sigusch mit diesem Buch eine eigene ***ualtheorie vor, die erstmals auch die Neo***ualitäten unserer Zeit wie Internet-, Portal- und A***ualität umfasst, Neogeschlechter wie Trans-, Inter- und Agender sowie Neoallianzen wie Polyamorie und Objektophilie. Selbstverständlich werden auch die alten Formen wie Hetero-, Homo- und Bi***ualität, Sadomasochismus und Pädophilie erörtert. Der Kern der Sigusch-Theorie lautet: Keine ***ualität eines Menschen ist mit der eines anderen identisch. Weil das ***uelle sich der Systematisierung entzieht, kann darüber theoretisch nur in Fragmenten gesprochen werden. Und weil sich eine ***ualtheorie nur durch Praxis erhellt, geht Sigusch auf die gelebte ***ualität der Kinder, der Jugendlichen, der Paare, der Alten und vieler anderer ein - kritisch und konkret. Volkmar Sigusch war von 1973 bis 2006 Direktor des Instituts für ***ualwissenschaft im Klinikum der Universität Frankfurt am Main und Professor für Spezielle Soziologie. Sigusch ist einer der angesehensten ***ualwissenschaftler weltweit. Er gilt als Pionier der deutschen ***ualmedizin und Begründer der Kritischen ***ualwissenschaft. Ausserdem ist er ein erfahrener Empiriker sowie ***ual- und Paartherapeut.
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9783593421087 - Volkmar Sigusch: Sexualitäten - Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten
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Sexualitäten: Sigmund Freuds Sexualtheorie ist inzwischen mehr als 100 Jahre alt. Seitdem hat sich viel verändert. Wir denken und arbeiten heute nicht nur anders, wir begehren und lieben auch anders. Die Sexualität ist nicht mehr die grosse Metapher des Rausches und der Revolution. Sie wird heute durch Medien und Kommerz weitgehend banalisiert. Vor diesem Hintergrund legt der grosse Sexualforscher Volkmar Sigusch mit diesem Buch eine eigene Sexualtheorie vor, die erstmals auch die Neosexualitäten unserer Zeit wie Internet-, Portal- und Asexualität umfasst, Neogeschlechter wie Trans-, Inter- und Agender sowie Neoallianzen wie Polyamorie und Objektophilie. Selbstverständlich werden auch die alten Formen wie Hetero-, Homo- und Bisexualität, Sadomasochismus und Pädophilie erörtert. Ebook.
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9783593421087 - Sigusch, Volkmar: *ualitäten (eBook, PDF)
Sigusch, Volkmar

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Ein Stein ist mir vom Herzen gefallen. Vor Jahren forderte mich eine Rezensentin des Buches "Anti-Moralia" auf, die verstreuten Bemerkungen zu einer neuen Kritischen ***ualtheorie zusammenzuführen. Diese Aufforderung hat mich in den letzten Jahren begleitet. Mit dem Erscheinen der vorliegenden 99 Fragmente lege ich das vor, was mir möglich ist.Die ***ualwissenschaft hat in 150 Jahren so viele Daten aufgehäuft, Schicksale dargestellt, Debatten geführt, Thesen formuliert, Sumpfblüten produziert und Termini in die Welt gesetzt, dass es mir notwendig zu sein scheint, den ungeheuren Faktenberg, den ungeheuren Meinungswust, den niedergelegten Erfahrungsschatz, aber auch die Affirmationen, Ausblendungen, Irrtümer und Privatheiten, die ich in meiner "Geschichte der ***ualwissenschaft" (2008) beschrieben habe, mit dem Versuch einer begrifflichen Bestimmung, ja mit dem Grundriss einer allgemeinen ***ualtheorie zu konfrontieren - in der Hoffnung, Getrenntes zusammenzuführen, Beliebigkeiten zu überwinden, Ideologisches zu enttarnen, ohne zu sagen: wie nun alles einzig zu sehen sei.Die Haltbarkeit aller ***ualtheorien ist zeitlich begrenzt, weil die menschliche ***ualität nichts ist, was seit Jahrtausenden unverändert wäre wie der Salzgehalt des Blutes. Im 20. Jahrhundert haben sich drei sogenannte ***uelle Revolutionen ereignet, die letzte, von mir neo***uelle Revolution genannt, begann vor drei Jahrzehnten. Die Umcodierung und Umwertung der alten Geschlechts-, Liebes- und ***ualformen ist dadurch in den Ländern des Westens so einschneidend gewesen, dass wir theoretisch und praktisch umdenken müssen. Allein die technologische, kulturelle und personale Trennung der Fortpflanzungssphäre von der ***ualsphäre hat die alten Theorien entwertet. Noch aber zehren wir vor allem von Sigmund Freuds "Drei Abhandlungen zur ***ualtheorie", die vor mehr als einhundert Jahren erschienen sind. Dabei denken, fühlen, arbeiten, lieben, leben und sterben wir heute anders.Als Michel Foucault vor Jahrzehnten zurückblickte, sah er vier strategische Komplexe seiner unsere ***ualität erfindenden Wissens- und Macht-Dispositive. Diese vier historischen Einschnitte waren: die Hysterisierung des weiblichen Körpers, die Pädagogisierung der kindlichen ***ualität, die Sozialisierung des Fortpflanzungsverhaltens und die Psychiatrisierung der perversen Lust. Heute gelten diese Beobachtungen nicht mehr. Heute beschreiben wir stattdessen vor allem die Re***ualisierung der weiblichen ***ualität, die Tabuisierung und den Missbrauch der kindlichen ***ualität, die Ungleichbehandlung der Geschlechter, das Auseinanderfallen von ***ualität und Fortpflanzung, das Abdanken von Hetero***ualität und Ehe als einzige Lebens- und Liebesmodelle sowie die Kulturalisierung und partielle Anerkennung vordem als pervers klinifizierter ***ualitäten. Vor wenigen Jahrzehnten hätten die Bewohner Mitteleuropas nicht für möglich gehalten, was wir heute erleben: In "wilder Ehe" Lebende oder offen homo***uell Begehrende können höchste Staatsämter einnehmen, gehen eine staatlich anerkannte Lebenspartnerschaft ein. Trans***uelle können ihr Geschlecht wechseln, mit oder ohne Operation. Bi***uelle können gleichzeitig mit einem Mann und einer Frau intim verbunden sein. Sadomasochisten können im Fernsehen demonstrieren, wie manfrau sich ohne böse Folgen verletzt. Im Internet können Singles in zahllosen Portalen einen Partner suchen, der ihren Vorstellungen entspricht. Dort werden ohnehin alle undenkbaren ***uellen Vorlieben weltumspannend präsentiert. So können natürlich auch Pädophile unbehindert von Aufsichtsbehörden im Internet hunderttausende Fotografien nackter Kinder zur ***uellen Stimulation benutzen. Selbst ein Kannibale findet ein menschliches Objekt. Gleichzeitig werden die ***uellen und reproduktiven Selbstbestimmungsrechte der Frauen abgebaut und ***ualstraftäter rücksichtsloser bestraft. Ein Beispiel für die insgesamt paradoxalen Verhältnisse.Merkwürdiger- und bedauerlicherweise hat sich, von ganz ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, die akademische Soziologie trotz der enormen Transformationen bisher nicht in der Lage gesehen, ***ualität, Kultur und Gesellschaft kritisch zusammen zu denken (Sigusch 2010b). Und auch die Psychoanalyse und die aus wenigen Personen bestehende akademische ***ualwissenschaft kamen über verstreute Ansätze nicht hinaus. Die verbleibenden Wissenschaften schweigen ohnehin oder tischen uralte biologistische Ladenhüter auf. So blieb es oft bei Theoremen, die vor mehr als einhundert Jahren aufgestellt worden sind, als hätten sich seither Gesellschaft, Kultur und Leben bei uns nicht drastisch verändert. Dabei gab Sigmund Freud schon vor der vorletzten Jahrhundertwende als Theoretiker zu bedenken, dass man immer ein Kind seiner Zeit bleibe.Kritische ***ualwissenschaft, die immer wieder von den Universitäten vertrieben wird, ist weiterhin notwendig, weil unsere vor einigen Jahrhunderten als allgemeine kulturelle Form entstandene Paläo***ualität noch nicht ganz in Vollzug, Marktförmigkeit, Apathie und Aggression untergegangen ist. Nach der zweiten ***uellen Revolution hatte die Medizin der ***ualwissenschaft einen kleinen Finger gereicht, den sie jetzt wieder wegzieht, weil vor allem Neurowissenschaften die Verwertbarkeit von Forschungsergebnissen versprechen. Da die Medizin immer mehr zur Hure der Ökonomie wird, haben kritische ***ualwissenschaft und kritische ***ualmedizin jenseits der Pharmaindustrie keine Chance mehr. Sich um missbrauchte Kinder, vergewaltigte Frauen, ***süchtige Männer, einen Geschlechtswechsel ersehnende Trans***uelle, tote Gegenstände Liebende, im Iran verfolgte Homo***uelle usw. kümmern, ist unergiebig, wirft keinen Gewinn ab. Und auch medial ist kritische ***ualwissenschaft ein Trockengebiet. Die Feuchtgebiete überlässt sie anderen.Doch das ***uelle Elend dauert an, die Einsamkeit, die Selbstbezüglichkeit, die Unvereinbarkeit, die Mystifikation, drapiert durch Neo***ualitäten, Neogeschlechter und Neoallianzen, die noch um ihre kulturelle Anerkennung kämpfen. Ein Blick auf die Leistungen der Kritischen ***ualwissenschaft in den letzten Jahrzehnten zeigt, warum eine solche Wissenschaft theoretisch und praktisch benötigt wird. Die Kluft zwischen der diskursiven und veröffentlichten ***ualität einerseits und dem realen und unveröffentlichten ***ualleben der allermeisten Bürgerinnen und Bürger andererseits ist gewaltig.Wichtig ist mir ausserdem zu sagen, dass ich als ein weisser Mann aus Mitteleuropa spreche, der bewusst zwei politische Systeme erlebt hat, das ost- und das westdeutsche. Es spricht also nicht ein Mann aus China oder eine schwarze Frau aus Afrika. Ich sage das, weil ich davon überzeugt bin, dass "unsere" ***ualität als kulturell-gesellschaftliche Form nur in Europa und in Nordamerika existiert.Wichtig ist mir auch zu sagen, dass angesichts der heutigen Komplexität der Forschungsverhältnisse und des Forschungsgegenstandes der eigene Horizont benannt und bedacht werden sollte. Denn selbstverständlich blickt ein Mediziner anders auf einen Gegenstand oder eine Szene oder überhaupt in die Welt als ein Philosoph. Mein Horizont umfasst das Studium der Medizin sowie begrenzt der Psychologie und Philosophie, Praxis in mehreren medizinischen Fächern, darunter insbesondere Psychiatrie, Psychotherapie, Gynäkologie und ***ualmedizin, Forschung zunächst vor allem sozialpsychologisch in empirischer und experimenteller Richtung, später klinisch-therapeutisch, kulturtheoretisch und ***ualhistorisch sowie Lehre als Professor für ***ualwissenschaft im Fachbereich Medizin und für Spezielle Soziologie im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften.Mein Bemühen kreist um ***ualität als kultureller und gesellschaftlicher Begriff, nicht als physiologischer oder psychologischer. Denn selbst die Liebe ist in erster Hinsicht ein kulturell-gesellschaftliches Ereignis und nicht ein psychologisch-biologisches. Um das zu erkennen, genügt ein schweifender Blick über die europäischen Jahrtausende seit der Antike. Grob gesagt, geht kultur- und gesellschaftswissenschaftliche ***ualtheorie aufs Allgemeine, psychologische aufs Besondere. Deshalb kann der soziologische Theoretiker übers Ganze sprechen, der psychologische aber eigentlich nur über einen Menschen, weil kein individuell-personales ***ual-, Liebes- und Geschlechtsleben mit einem anderen identisch ist. Wie sich die in diesem Buch erörterten sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen seelisch im einzelnen Individuum niederschlagen, muss eine entsprechend reflektierte Höhen- und Tiefenpsychologie im Einzelnen untersuchen.Mir geht es nicht vorrangig um das Personale wie Affektregulation, Frustrationstoleranz, Selbstschutzverhalten, Symbolisationsfähigkeit, Selbstgefühl, Objektkonstanz, ***vermögen usw. Eine ***ualpsychologie werde ich nicht bieten, einmal aus Nichtkönnen, andermal aus Nichtwollen. Denn, so sagte es Theodor W. Adorno, "der umstandslose Ansatz beim Individuum ist Ideologie" (Adorno und Krakauer 2008: 289). Ich werde also überwiegend als Nichtpsychologe sprechen, der es den psychologischen Wissenschaften überlässt, seelentheoretische Schlüsse zu ziehen. Bemüht habe ich mich aber, nicht in einen soziologischen Jargon zu verfallen, nach dem Liebe die "Inklusion der Vollperson" ist und ***ualität "der symbiotische Basismechanismus der Intimkommunikation".Diese Position schliesst ein, dass auf der Subjekthaftigkeit des ***uellen bestanden wird, weil das Objektivale und Objektive vorgängig ist. Wird alle Lust verordnet, muss das Anarchische und Widerständige des ***uellen betont werden, als verzweifelte Suche nach Gegenbildern und Gegenrealitäten im Zustand der generellen Versachlichung. Das Subjekt ist aus weiten Bereichen der Philosophie verschwunden, das Individuum ist objektiv belanglos, doch die ***ualwissenschaft muss an allem festhalten, Subjekt, Individuum, Wunsch und Befriedigung, will sie nicht ins Leere fallen und es jener ***ologie gleichtun, deren geistige Beweglichkeit schon lange der der Warenhauskataloge entspricht. Denn trotz aller Vergesellschaftung ist ***ualität nur individuell wirklich.Indem nach den geschichtlich?theoretischen Prämissen und Aporien einer Kritischen ***ualtheorie gefragt wird, indem das rätselhaft ***uelle von den allgemeinen ***ualformen und dem kommerzialisierten *** unterschieden und der wissenschaftliche Status ebenso wie die Praxis der ***ologie problematisiert wird, geht eine Kritische ***ualtheorie durch die Freud'sche Psychoanalyse, aber auch durch die Kritik der Politischen Ökonomie und die Kritische Theorie hindurch - und vor allem zu affirmativer oder bloss fortschrittlicher ***ologie auf Distanz. Der Kritik unterliegt die ***ualität als ideologische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Form. Als gesellschaftliche Form unterliegt sie der Kritik, weil Lust und Macht, Begierde und Gewalt, Liebe und Tausch, ***ueller Vollzug und allgemeine Verstofflichung ineinanderliegen, wenn Individuum und Gesellschaft nicht nur im Kopf der Theoretiker zusammengebrannt sind, sondern tatsächlich; als Begriff, weil das wissenschaftlich disziplinierte ***uelle zum undisziplinierten im Widerspruch steht, die Unwahrheit jeder ***ualwissenschaft verratend; als Ideologie, weil das gesunde und glückliche ***ualleben nun einmal die Ideologie seiner Verhinderung ist.Müsste ich meine Thesen auf ihren gemeinsamen Kern reduzieren, würde ich am ehesten sagen: Alle Sphären des ***uellen, von der grossen Liebe bis zum perversen Triebdurchbruch, bilden eine Einheit: die des ungelösten Widerspruchs. Weil der Widerspruch aus allgemeinem Grund ungelöst ist, ist keine in sich harmonische Möglichkeit des ***uellen zu erkennen. Zwischen dem ***uellen Wunsch und seiner Befriedigung gähnt ein Abgrund, der nur überbrückt werden kann durch objektiv bestimmte Formen, also durch ***ualität, also durch Diszipliniertes und Erstarrtes. Noch aber gibt es die Geheimnisse der ***ualpersonalen Erregung und die unkalkulierbare Befriedung durch die intersubjektive Liebe.Damit sei angedeutet, dass ich die Dinge keineswegs nur pessimistisch sehe. Ich bin davon überzeugt, dass es gut und richtig ist, in der Theorie äusserst kritisch und das heisst leider oft pessimistisch zu sein, in der Praxis aber so optimistisch wie nur irgend denkbar. Anders könnten wir ja als ***ualmediziner und Psychotherapeuten Patienten gar nicht beraten und behandeln. Auch die neo***uelle Revolution sehe ich bei Weitem nicht so negativ wie einige angedeutet haben. Sie hat einige Liberalisierungen gebracht, die Menschen das Leben erleichtern. Verglichen mit früheren Zeiten sind heute unsere Geschlechtsbeziehungen ausserdem gleichberechtigter und unsere Intimbeziehungen ehrlicher.Von unseren grossen Philosophen haben wir gelernt: Meinungen und Betrachtungen sind ohne Begriffe blind, Begriffe aber sind ohne Meinungen und Betrachtungen leer. Aus diesem Grund werden in diesem Buch nicht nur Begriffe eingeführt, sondern auch durch praktische Beispiele aus der gegenwärtigen ***ualkultur mit Leben gefüllt. Insgesamt bleibt zu kritisieren, was ist, so wie es ist, ohne den Anschein zu erwecken, wir wüssten, wie ein "richtiges" ***ualleben beschaffen wäre. Eine Kritische ***ualtheorie verträgt sich nicht mit absoluten und letzten Gewissheiten. Die vorliegenden Theoreme und sonstigen Fragmente sind für mich ein "Werkzeugkasten" im Sinne von Michel Foucault. Möge er hier und da hilfreich sein.Mein Dank gilt nach Jahrzehnten der Zusammenarbeit im Frankfurter Institut für ***ualwissenschaft vor allem Martin Dannecker, Agnes Katzenbach, Bärbel Kischlat und Reimut Reiche. Dem Campus Verlag, insbesondere seiner Wissenschafts-Chefin Judith Wilke-Primavesi, danke ich erneut für die vertrauensvolle und anregende Zusammenarbeit.
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9783593421087 - Sigusch,  Volkmar: *ualitäten
Sigusch, Volkmar

*ualitäten

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9783593421087 - Volkmar Sigusch: Sexualitäten
Volkmar Sigusch

Sexualitäten (2013)

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9783593421087 - Volkmar Sigusch: Sexualitäten
Volkmar Sigusch

Sexualitäten (2013)

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